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06. 12. 2021 – Ein Jahr danach

06. 12. 2021 – Heute vor einem Jahr begann die Reise … 

Stand der Dinge  

Ich wusste, dass der heutige Tag was besonderes ist bzw. sein sollte. Aber richtig realisieren kann ich es bis jetzt noch nicht – da seit kurzem wieder zu viele Baustellen aufgegangen sind und meine mentale Lage eher schlechter  geworden ist.

Also kurz uns knapp nach bewährtem Schema:

Positives

  • Ich kann alles machen (mit Einschränkung)
  • Ich habe eine tolle Familie

Negatives

  • Ich habe Schmerzen in den Füssen
  • Ich wiege zu viel
  • Ich habe Bluthochdruck
  • Ich habe zu hohes Cholesterin
  • Ich habe Wassereinlagerungen in den Beinen
  • Ich habe Rauschen im Ohr
  • Ich mache mir Sorgen …

 

Die Krankheit hat nach einem Jahr ein absolutes Chaos hinterlassen. Aus dem fitten Olli, ist ein fetter Olli geworden … ein grosses Sorgenkind. Ich weiss, das klingt alles nicht soooo positiv, obwohl es ja positiv ist; immerhin sitze ich nicht mehr im Rollstuhl und kann wieder alles alleine machen etc. Seit ein paar Tagen nehme ich aber wieder «Gute-Laune-Tabletten», weil ich gemerkt habe, dass die Stimmung im Keller ist. Ich komme nicht vom Fleck. Mir werden immer neue Steine in den Weg gelegt, bzw. stehe ich mir selbst im Weg. Ich wollte, nach dem der Katheder entfernt wurde, endlich durchstarten. Aber aktuell habe ich wieder andere «Sorgen» … die ich dramatisiere. #dramaqueen

Ich bin erstaunlich ehrlich, aber ja … Der Alltag hat mich wieder so im Griff, dass ich «mich» vernachlässigt habe. Das 80%-Arbeitspensum ist in meinem Zustand viel. Ich übernehme mich teils wieder. Es ist seit Wochen stressig und nehme das teils wieder mit nach Hause, was ich ja unterbrechen wollte (darum ja auch der Jobwechsel). Die Arbeit macht Spass und ist Abwechslungsreich, aber irgendwas ist ja immer. 😉 Aber auch das regelt sich. Das mit den Beinen, regelt sich auch wieder … aktuell trage ich Kompressionsstrümpfe und mache Lymphdrainagen. In 2 Wochen muss ich wieder zum Doc. Das Rauschen und Pfeifen im Ohr kommt entweder vom Stress oder vom hohem Blutdruck (oder?).

«Reiss dich zusammen!» 
Es ist ein Teufelskreis: Stress verursacht Wehwehchen und die Sorgen über die Wehwehchen verursachen Stress.  Und ich bin eine Dramaqueen … wenn ich nicht zu 100% ok bin, mache ich mir Sorgen. Aber mit den Tabletten und Hilfe von aussen, ist es ok. Ich muss an mir arbeiten. Das erinnert mich an die Zeit im KSGR, wo ich nach der Diagnose (chronisches GBS (CIDP)) und den Rückfällen, in ein Tief fiel. Seelsorger, Psychiater, Ärzte und Schwestern gaben ihr bestes, aber ich wollte nichts mehr hören, alles war sinnlos. Ich wollte auch nicht mehr in die Reha. Sogar zur Freundin habe ich gesagt, dass sie nicht mehr kommen brauch … weil ich eh nicht mehr reden wollte. Stattdessen, habe ich nur an die weisse Krankenzimmerwand geschaut, ins Leere. Dann folgten einige Jammertage, wo ich geheult und Panikattacken bekommen habe. Aber irgendwann kam der Moment, wo ich mich mit mir beschäftigt habe. Ich bin alle Alternativen durchgegangen; alles, was mir gesagt wurde, in Ruhe durchgegangen. Es gab nur eins: alles so zu nehmen, wie es ist. Ich habe angefangen zu akzeptieren. Die Freundin hat mir da sehr geholfen. ♥️

Ich habe da heute noch ein Sprichwort präsentiert bekommen:

Die meisten Menschen sind ständig unzufrieden mit ihrem Leben und vergessen, dass Vieles, das für uns selbstverständlich ist, für andere Menschen ein Geschenk wäre.

In diesem Sinne: Danke und harren wir der Dinge …

 

Update 07.12.22

Was ich vergessen habe: Ich bin so dankbar für die Medikamente und Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die mir geholfen und mir erlaubt haben, wieder zu laufen. Danke an die Freunde (alte und neue), die Familie, den Plasmaspendern und dem Universum. 🤝🙏

 

 

Veröffentlicht unter GBS/CIDP

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